Zum Inhalt springen
Beyond Imaging Logo Standard neg
Termin buchen

Herzinsuffizienz

csm istockphoto x c

Der Begriff Herzinsuffizienz – umgangssprachlich auch Herzschwäche oder Herzversagen genannt – bezeichnet einen Zustand, bei dem das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Herzinsuffizienz bedeutet ausdrücklich nicht, dass das Herz aufgehört hat zu schlagen, sondern dass seine Pumpleistung nicht mehr ausreicht, um den Bedarf des Körpers zu decken.

Was bedeutet Herzinsuffizienz?

Weltweit leben mehr als 64 Millionen Menschen mit einer Herzinsuffizienz. Sie kann grundsätzlich jedes Alter betreffen, tritt jedoch deutlich häufiger im höheren Lebensalter auf, da die zugrunde liegenden Erkrankungen mit den Jahren häufiger werden.

Häufig wird zwischen einer Linksherzinsuffizienz (die linke Herzkammer arbeitet nicht ausreichend) und einer Rechtsherzinsuffizienz (die rechte Herzkammer ist betroffen) unterschieden. Beide Formen können einzeln oder gemeinsam auftreten. Eine weitere Einteilung erfolgt nach der sogenannten Auswurffraktion – also dem prozentualen Anteil des Blutes, den das Herz mit jedem Schlag aus der linken Kammer auswirft. Ein gesundes Herz pumpt pro Schlag etwa 55 bis 70 Prozent des in der linken Kammer enthaltenen Blutes heraus.

Herzinsuffizienz ist häufig ein Endstadium verschiedener Herzerkrankungen. Ein besseres Verständnis der Die 6 häufigsten Herzkrankheiten kann helfen, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

Herzinsuffizienz

Ursachen und Entstehung von Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz entsteht, wenn der Herzmuskel sich nicht mehr ausreichend zusammenziehen kann, sich nicht mehr richtig entspannt oder beides zugleich. Der Herzmuskel ist dann typischerweise geschwächt, versteift oder beides.

Die häufigste Ursache ist die koronare Herzkrankheit, bei der die Herzkranzgefäße verengt sind und der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Auch ein durchgemachter Herzinfarkt kann Teile des Herzmuskels dauerhaft schädigen.

Weitere häufige Ursachen sind:

  • unzureichend behandelter Bluthochdruck, der das Herz dauerhaft überlastet
  • Erkrankungen der Herzklappen (verengte oder undichte Klappen)
  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien) und Herzmuskelentzündungen (Myokarditis)
  • anhaltende Herzrhythmusstörungen
  • Stoffwechsel- und Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Übergewicht, Schilddrüsenerkrankungen, Anämie (Blutarmut) oder Nierenerkrankungen
  • bestimmte Medikamente und Giftstoffe (z. B. Alkohol)

Vereinfacht erklärt führt eine dieser Schädigungen dazu, dass das Herz nicht mehr genug Blut weiterleitet. Der Körper versucht, dies durch verschiedene Gegenmaßnahmen auszugleichen: Die Nieren halten mehr Salz und Wasser zurück, um das Blutvolumen zu erhöhen, und Stresshormone wie Adrenalin lassen das Herz schneller und kräftiger schlagen. Kurzfristig stabilisieren diese Mechanismen den Kreislauf, langfristig belasten sie das ohnehin geschwächte Herz jedoch zusätzlich und verschlimmern die Erkrankung. So entsteht ein Kreislauf, in dem sich die Herzinsuffizienz schleichend verstärkt.

Bluthochdruck zählt zu den häufigsten vermeidbaren Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz. Detaillierte Informationen über Entstehung und Behandlung finden Sie im Artikel Bluthochdruck. Ebenso spielt die Koronare Herzkrankheit als häufigste Einzelursache eine zentrale Rolle – ihre frühzeitige Diagnostik ist entscheidend für den Verlauf einer Herzinsuffizienz.

Symptome und Warnzeichen bei Herzinsuffizienz

Im Anfangsstadium verursacht eine Herzinsuffizienz häufig keine Beschwerden. Die Symptome entwickeln sich meist langsam über Tage, Monate oder Jahre hinweg. Sie können aber auch plötzlich auftreten, etwa nach einem Herzinfarkt.

Zu den häufigsten Beschwerden gehören:

  • Kurzatmigkeit (Atemnot) – zunächst bei körperlicher Belastung, später auch in Ruhe
  • Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
  • Wassereinlagerungen (Ödeme), vor allem in Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln
  • Anschwellen der Halsvenen sowie Schwellungen im Bauchraum
  • Übelkeit, Völlegefühl oder Appetitlosigkeit bei Flüssigkeitsstau in der Leber und im Magen-Darm-Trakt
  • rasche Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
  • Atemnot im Liegen, die sich beim Aufsetzen bessert, sowie nächtliches Aufschrecken mit Luftnot

Bei älteren Menschen können die Beschwerden auch untypisch sein und sich beispielsweise als Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit oder ausgeprägte Schläfrigkeit zeigen.

Ein wichtiges Warnzeichen ist eine plötzliche Gewichtszunahme von mehr als etwa einem Kilogramm pro Tag – ein Hinweis auf zunehmende Wassereinlagerungen.

Atemnot und Herzrasen können auf eine fortschreitende Herzinsuffizienz hinweisen. Informationen zu verwandten Symptomen finden Sie in den Artikeln Atemnot und Herzrasen, die dabei helfen können, Begleitsymptome besser einzuordnen.

Diagnostische Verfahren bei Herzinsuffizienz

Den ersten Verdacht auf eine Herzinsuffizienz schöpft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt in der Regel aufgrund der geschilderten Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Zur Sicherung der Diagnose und zur Suche nach der Ursache stehen verschiedene Untersuchungen zur Verfügung:

EKG und Röntgenaufnahme

Elektrokardiographie (EKG): Zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und gibt Hinweise auf Herzrhythmusstörungen oder einen früheren Herzinfarkt.

Röntgenaufnahme des Brustkorbs: Kann ein vergrößertes Herz sowie Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge sichtbar machen.

Bluttests und Echokardiographie

Bluttests: Insbesondere die sogenannten natriuretischen Peptide (BNP/NT-proBNP) sind bei einer Herzinsuffizienz im Blut typischerweise erhöht und helfen, andere Ursachen einer Atemnot abzugrenzen.

Echokardiographie (Herzultraschall): Sie gilt als zentrale Untersuchung zur Beurteilung der Herzfunktion. Mit ihr lassen sich die Pumpleistung (Auswurffraktion), die Dicke und Beweglichkeit der Herzwände sowie die Funktion der Herzklappen darstellen.

Die Effektive Frühdiagnose von Herzkrankheiten – EKG und MRT bietet einen umfassenden Überblick darüber, wie EKG und Bildgebung gemeinsam eingesetzt werden, um Herzerkrankungen früh zu erkennen – auch bei der Herzinsuffizienz.

Herzinsuffizienz

Herz-MRT bei Herzinsuffizienz

Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens: Die Herz-MRT ergänzt die übrigen Verfahren und liefert besonders detaillierte Bilder. Mit ihr lassen sich Struktur, Größe und Funktion beider Herzkammern – insbesondere auch der rechten Kammer – sehr genau beurteilen. Die MRT kann darüber hinaus Entzündungen, Vernarbungen und krankhafte Veränderungen des Herzmuskels sichtbar machen. Sie spielt deshalb eine wichtige Rolle bei der Ursachenklärung, zum Beispiel bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis), eine Kardiomyopathie oder Speichererkrankungen wie die Amyloidose. Auch die Auswurffraktion kann mit der MRT zuverlässig bestimmt werden. Die Untersuchung erfordert eine ruhige Lage und ein koordiniertes Anhalten des Atems; Patientinnen und Patienten mit akut instabiler Herzinsuffizienz müssen vor einer MRT zunächst medizinisch stabilisiert werden.

Der Kardio MRT ist das führende bildgebende Verfahren zur umfassenden Beurteilung der Herzstruktur und -funktion. Besonders bei der Abklärung von Kardiomyopathien und Entzündungen des Herzmuskels liefert er entscheidende Informationen, die andere Verfahren nicht bieten können. Ergänzend dazu ermöglicht der MRT Thorax eine detaillierte Darstellung des Brustkorbs und kann Stauungszeichen an Lunge und Gefäßen bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz erfassen.

Weitere diagnostische Verfahren

Je nach Fragestellung können weitere Verfahren wie eine Computertomographie (CT), eine Szintigraphie, eine Herzkatheteruntersuchung oder ein Belastungstest sinnvoll sein.

Bei unklaren Befunden oder wenn eine koronare Genese der Herzinsuffizienz abgeklärt werden soll, kann ein Herz CT wertvolle Hinweise auf Verkalkungen der Herzkranzgefäße und strukturelle Veränderungen liefern. Eine CT Thorax kann ergänzend eingesetzt werden, um Begleiterkrankungen der Lunge oder Gefäßveränderungen darzustellen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Herzinsuffizienz

Die Behandlung der Herzinsuffizienz verfolgt mehrere Ziele zugleich: die zugrunde liegende Ursache zu beheben oder zu kontrollieren, die Beschwerden zu lindern, das Fortschreiten zu verlangsamen und die Lebenserwartung zu verbessern. Die konkrete Therapie hängt von der Form und Schwere der Erkrankung ab und wird stets individuell festgelegt.

Behandlung der Ursache

Behandlung der Ursache: Verengte Herzkranzgefäße können medikamentös, operativ oder mittels Gefäßaufdehnung (Angioplastie) mit Stent behandelt werden. Erkrankte Herzklappen lassen sich häufig operativ reparieren oder ersetzen. Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen und andere Begleiterkrankungen werden gezielt behandelt.

Herzklappenfehler gehören zu den häufigen strukturellen Ursachen der Herzinsuffizienz. Im Artikel Herzklappenfehler erfahren Sie mehr über die verschiedenen Formen und deren Auswirkungen auf die Herzfunktion. Auch Kardiomyopathie ist eine wichtige ursächliche Erkrankung, die zur Herzinsuffizienz führen kann.

Lebensstil und Selbstmanagement

Lebensstil: Eine zentrale Rolle spielen Änderungen der Lebensweise – darunter eine salzarme Ernährung, Gewichtskontrolle, ein angepasstes körperliches Training, Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sowie das tägliche Wiegen, um Wassereinlagerungen früh zu erkennen. Eine jährliche Grippeschutzimpfung und eine COVID-19-Impfung werden empfohlen.

Medikamentöse Therapie

Medikamente: Mehrere Wirkstoffgruppen haben sich als wirksam erwiesen, um Beschwerden zu lindern und das Leben zu verlängern. Dazu gehören Betablocker, Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems (ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker oder die Kombination Sacubitril/Valsartan), Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten und sogenannte SGLT2-Hemmer. Entwässernde Medikamente (Diuretika) lindern Atemnot und Wassereinlagerungen.

Geräte- und operative Therapien

Geräte- und operative Therapien: Bei bestimmten Patientinnen und Patienten kommen ein implantierbarer Defibrillator, ein spezieller Herzschrittmacher zur kardialen Resynchronisationstherapie oder mechanische Herzunterstützungssysteme zum Einsatz. In schwersten Fällen kann eine Herztransplantation erwogen werden.

Diese Übersicht dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Therapieempfehlung im Einzelfall.

Herzrhythmusstörungen können eine Herzinsuffizienz verschlimmern und müssen gezielt behandelt werden. Lesen Sie mehr im Artikel Herzrhythmusstörungen, um die verschiedenen Formen und ihre Auswirkungen auf das Herz besser zu verstehen. Zur nicht-invasiven Kontrolle der kardialen Funktion eignet sich ein MRT Angiographie, das die Herzkranzgefäße und die großen herznahen Gefäße strahlungsfrei darstellen kann.

Wann sollte bei Herzinsuffizienz ärztliche Hilfe gesucht werden?

Bei jedem Verdacht auf eine Herzinsuffizienz – also insbesondere bei neu aufgetretener oder zunehmender Atemnot, ungewöhnlicher Müdigkeit, Leistungsabfall oder Wassereinlagerungen in den Beinen – ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten.

Bei bereits bekannter Herzinsuffizienz sollten folgende Anzeichen Anlass für eine zeitnahe ärztliche Kontrolle sein:

  • rasche Gewichtszunahme (mehr als etwa ein Kilogramm pro Tag)
  • zunehmende Schwellungen an Beinen oder Bauch
  • Verschlechterung der Atemnot, insbesondere im Liegen oder in der Nacht
  • nachlassende Belastbarkeit

Ein medizinischer Notfall liegt vor bei plötzlicher schwerer Atemnot, schnellem Atmen mit Erstickungsgefühl, bläulicher Verfärbung von Lippen oder Haut, starken Brustschmerzen oder Bewusstseinsstörungen. In solchen Fällen sollte sofort der Rettungsdienst über die Notrufnummer 112 verständigt werden.

Starke Brustschmerzen können auf einen Herzinfarkt hinweisen, der häufig zur akuten Dekompensation einer Herzinsuffizienz führt. Der Artikel Herzinfarkt – Warnsignale ernstnehmen erklärt, welche Zeichen nicht ignoriert werden dürfen. Im Kontext der Notfalldiagnostik bietet der MRT Lunge eine strahlenfreie Möglichkeit, Stauungszeichen und Flüssigkeit in der Lunge bei Herzinsuffizienz zu beurteilen.

Weiterführende Informationen

Herzinsuffizienz ist eng mit einer Reihe weiterer Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Die folgenden Artikel auf Beyond Imaging vertiefen wichtige Aspekte rund um Ursachen, Begleiterkrankungen und Diagnostik der Herzinsuffizienz:

  • Arteriosklerose – Gefäßverkalkung als häufiger Wegbereiter der koronaren Herzkrankheit und damit der Herzinsuffizienz
  • Diabetes und Herz – wie Blutzuckererkrankungen das Herzmuskelgewebe langfristig schädigen können
  • Herzmuskelentzündung – eine häufige Ursache einer akut einsetzenden Herzinsuffizienz, insbesondere bei jüngeren Patienten
  • Vorhofflimmern – die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung, die Herzinsuffizienz begünstigen und verschlechtern kann
  • Prävention für ein gesundes Herz – konkrete Maßnahmen, um das Risiko für Herzinsuffizienz langfristig zu senken
  • Herz Kreislauf Erkrankungen – ein Überblick über das gesamte Spektrum der kardiovaskulären Erkrankungen im Zusammenhang mit Herzinsuffizienz
  • MRT Brust – ergänzende Bildgebung für die Darstellung von Herzstruktur und Thoraxorganen