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CT Thorax: Wann eine Computertomographie des Brustkorbs sinnvoll ist

CT Thorax scaled

Atemnot, anhaltender Husten, Brustschmerzen oder auffällige Veränderungen auf einem Röntgenbild können viele verschiedene Ursachen haben. Sie reichen von einer Infektion der Lunge über chronische Lungenerkrankungen bis hin zu Veränderungen der Blutgefäße oder des Lungengewebes. Nicht immer lässt sich mit einer körperlichen Untersuchung oder einer konventionellen Röntgenaufnahme eindeutig feststellen, wodurch die Beschwerden verursacht werden.

In solchen Situationen kann ein CT des Thorax, auch eine Computertomographie des Brustkorbs, zusätzliche Informationen liefern. Die Untersuchung stellt Lunge, Atemwege, Herz, große Gefäße, Lymphknoten und die knöchernen Strukturen des Brustkorbs in dünnen Schichten dar. Je nach medizinischer Fragestellung kann sie ohne Kontrastmittel erfolgen oder durch eine intravenöse Kontrastmittelgabe ergänzt werden. 1) 2)

Eine gezielte Diagnose ist wichtig, wenn Beschwerden anhalten, sich verstärkt oder plötzlich auftreten. Bei einer Lungenembolie oder einer Verletzung des Hauptschlagaders kann eine schnelle Abklärung entscheidend sein. Bei chronischen Erkrankungen hilft die CT dagegen, Veränderungen im Verlauf zu beurteilen und die weitere Behandlung besser zu planen.

Was ist eine CT des Thorax?

Die CT des Thorax ist eine radiologische Untersuchung des Brustkorbs. Sie arbeitet mit Röntgenstrahlen, die aus verschiedenen Richtungen durch den Körper geleitet und von Detektoren aufgezeichnet werden. Ein Computer berechnet aus diesen Messdaten detaillierte Schnittbilder.

Während ein herkömmliches Röntgenbild die Strukturen des Brustkorbs als überlagerte Darstellung zeigt, kann das CT die einzelnen Ebenen getrennt abbilden. Dadurch lassen sich beispielsweise kleine Veränderungen im Lungengewebe, Flüssigkeitsansammlungen oder Auffälligkeiten an den Gefäßen genauer lokalisieren.

Untersucht werden kann je nach Fragestellung:

  • beide Lungenflügel
  • die Atemwege
  • das Mediastinum, auch der mittlere Raum zwischen den Lungen
  • das Herz und die großen herznahen Gefäße
  • die Lymphknoten im Brustkorb
  • das Brustfell, medizinisch Pleura genannt
  • Rippen-, Brustbein- und Wirbelsäulenabschnitte
  • angrenzende Bereiche des Halses oder Oberbauchs

Die Untersuchung wird in der Regel in Rückenlage durchgeführt. Die Patientin oder der Patient liegt auf einer Liege, die langsam durch die Öffnung des CT-Geräts bewegt wird. Die Bildaufnahme selbst dauert meist nur kurze Zeit. Je nach Untersuchungsumfang, Kontrastmittelgabe und notwendiger Vorbereitung kann der gesamte Termin länger dauern.

CT Thorax Abbildung x

Welche Veränderungen kann ein Thorax-CT zeigen?

Die CT kann unterschiedliche Erkrankungen und Veränderungen im Brustkorb sichtbar machen. Dazu zählen entzündliche Prozesse, Tumoren, Gefäßerkrankungen und Veränderungen des Lungengewebes.

Besonders detailliert lassen sich kleine Dichtungen, Narben, knotige Veränderungen und Veränderungen der Lungenstruktur beurteilen. Auch Flüssigkeit im Brustraum, ein Kollaps von Lungengewebe oder Luft außerhalb der Lunge können erkannt werden.

Eine CT kann unter anderem Hinweise geben:

  • Lungenentzündungen
  • Lungenabszesse
  • Lungenemphysem und andere chronische Lungenschäden
  • Lungenfibrose und andere Veränderungen des Lungengerüsts
  • Tumoren der Lunge
  • Gleitende Lymphknoten
  • Flüssigkeit im Brustraum
  • einen Pneumothorax, auch Luft im Brustraum außerhalb der Lunge
  • Verletzungen von Rippen und anderen knöchernen Strukturen
  • Lungenembolien
  • Gefäßverengungen oder Gefäßverschlüsse
  • Aussackungen oder Verletzungen des Hauptschlagaders

Auch Veränderungen im Mediastinum können mitbeurteilt werden. In diesem Bereich liegen unter anderem das Herz, die großen Blutgefäße, die Luftröhre, die Speiseröhre und Lymphknoten. Eine Raumforderung in diesem Gebiet kann daher unterschiedliche Ursachen haben und muss bildgebend genau eingeordnet werden.

Wann kann ein CT des Brustkorbs sinnvoll sein?

Eine Thorax-CT wird eingesetzt, wenn die medizinische Fragestellung mit anderen Untersuchungen nicht ausreichend beantwortet werden kann oder eine besonders genaue Darstellung erforderlich ist.

Bei unklarer Atemnot und anhaltendem Husten

Atemnot und Husten sind häufige Beschwerden. Sie können durch Infektionen, Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Veränderungen des Lungengewebes ausgelöst werden. Wenn Beschwerden anhalten oder die Ursache unklar bleibt, kann das CT zusätzliche Hinweise liefern.

Sie zeigt nicht nur größere Auffälligkeiten, sondern auch feine Veränderungen im Lungengewebe. Bei chronischen Erkrankungen kann ein hochauflösendes CT genutzt werden, um typische Veränderungen des Lungengerüsts zu beurteilen. Dazu gehören beispielsweise fibrotische Umbauprozesse oder ein durch ein Lungenemphysem verändertes Lungengewebe. 1)

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung oder einen Abszess

Eine Lungenentzündung wird häufig anhand der Beschwerden, der körperlichen Untersuchung und eines Röntgenbilds festgestellt. In komplizierten oder unklaren Fällen kann ein CT jedoch genau zeigen, welche Lungenabschnitte betroffen sind.

Das ist beispielsweise relevant, wenn sich die Beschwerden trotz Behandlung nicht bessern, zufällig vermutet werden oder eine Flüssigkeits- bzw. Eiteransammlung abgeklärt werden soll. Ein Abszess kann sich im CT als abgegrenzte Veränderung darstellen. Auch die Beziehung zu angrenzenden Strukturen lässt sich beurteilen.

Bei Verdacht auf eine Lungenembolie

Eine Lungenembolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß in der Lunge verschließt. Häufig stammt das Gerinnsel aus einer tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose. Typische Beschwerden können plötzlich auftretende Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen oder eine beschleunigte Atmung sein.

Bei entsprechender medizinischer Beurteilung kann eine CT-Angiographie des Thorax eingesetzt werden. Dabei wird jodhaltiges Kontrastmittel über eine Vene aufgetragen. Es verteilt sich im Blutkreislauf und macht die Lungenarterien sichtbar. Ein Gefäßverschluss kann dadurch von dem normalerweise durchbluteten Gefäß abgegrenzt werden. 3)

Eine solche Untersuchung ist nur dann sinnvoll, wenn der klinische Verdacht und die individuelle Situation rechtfertigen. Nicht jedes Atemnot erfordert automatisch eine CT-Angiographie.

Bei Brustschmerzen und Gefäßveränderungen

Brustschmerzen können vom Herzen, von der Lunge, den Blutgefäßen, den Rippen oder der Muskulatur ausgehen. Je nach Beschwerden und Untersuchungsergebnissen kann ein CT des Thorax helfen, verschiedene Ursachen voneinander abzugrenzen.

Mit einer CT-Angiographie lassen sich unter anderem die großen Gefäße des Brustkorbs beurteilen. Bei Verdacht auf eine Erweiterung, einen Einriss oder eine Verletzung der Aorta kann die Untersuchung wichtige Informationen liefern.1

Welche CT-Technik eingesetzt wird, hängt davon ab, ob die Lungenarterien, die Aorta oder andere Gefäße im Mittelpunkt stehen. Bei akuten Brustschmerzen ist ein CT jedoch nicht in jedem Fall die erste Untersuchung. Zunächst werden die Beschwerden und die möglichen Ursachen ärztlich eingeordnet.

Bei Verdacht auf einen Lungentumor

Ein auffälliger Schatten im Röntgenbild, ein unklarer Lungenknoten oder bestimmte anhaltende Beschwerden können Anlass für eine CT sein. Sie können zeigen, wo eine Veränderung liegt, wie groß sie ist und ob weitere Strukturen oder Lymphknoten betroffen sind.

Auch bei einer bereits bekannten Tumorerkrankung kann die Thorax-CT zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden. Sie können dabei helfen, Veränderungen im Vergleich zu früheren Aufnahmen zu beurteilen und die weitere Behandlung zu planen. Die CT kann einen Verdacht erhärten, ersetzt aber nicht grundsätzlich eine Gewebeuntersuchung. Ob eine Biopsie oder weitere Diagnose erforderlich ist, hängt vom Befund ab.

Bei chronischen Lungenerkrankungen

Bei Erkrankungen wie COPD, Lungenfibrose oder Sarkoidose kann ein CT die strukturellen Veränderungen des Lungengewebes genauer darstellen. Sie können dadurch ergänzende Informationen liefern, wenn Beschwerden, Lungenfunktionswerte und Röntgenaufnahmen keine ausreichende Beurteilung ermöglichen.

Auch nach einer Belastung durch bestimmte Schadstoffe oder bei Erkrankungen des Bindegewebes können Veränderungen des Lungengerüsts auftreten. Eine hochauflösende CT kann solche Muster sichtbar machen und zur weiteren Einordnung beitragen. 1)

Niedrigdosis-CT für die Lunge

Eine besondere Form der Thorax-CT ist das Low-Dose-CT, auch Niedrigdosis-CT genannt. Dabei wird die Strahlenbelastung gegenüber einem herkömmlichen CT des Brustkorbs deutlich reduziert. Die Bildqualität reicht dennoch aus, um insbesondere kleine Lungenrundherde und andere Veränderungen des Lungengewebes zu erkennen. Das Verfahren wird vor allem zur Früherkennung von Lungenkrebs bei Menschen mit einem besonders hohen Erkrankungsrisiko eingesetzt – nicht als allgemeine Vorsorgeuntersuchung für alle Personen. In Deutschland gilt die gesetzliche Früherkennung seit April 2026 grundsätzlich aktiv und ehemalige starke Raucherinnen und Rauchern im Alter von 50 bis 75 Jahren offen, sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind. Vor der Untersuchung erfolgt ein ärztliches Informationsgespräch über den möglichen Nutzen, die Strahlenbelastung und mögliche Folgeuntersuchungen bei auffälligen Befunden. Die Aufnahmen werden von qualifizierten Radiologinnen oder Radiologen erstellt; Bei auffälligen Ergebnissen ist eine unabhängige Zweitfinanzierung vorgesehen. 1) 2) 3)

Das Low-Dose-CT kann Lungenkrebs in einem früheren Stadium sichtbar machen, bevor Beschwerden auftreten. Ein auffälliger Lungenknoten bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine Krebserkrankung vorliegt. Je nach Größe und Aussehen können zunächst Verlaufskontrollen oder weitere Untersuchungen erforderlich sein. Auch bei der Niedrigdosis-CT bleibt die Strahlenbelastung ein wichtiger Aspekt, weshalb sie gezielt bei Personen eingesetzt werden sollte, bei denen ein ausreichender medizinischer Nutzen zu erwarten ist. 2) 3)

Wie läuft die Untersuchung ab?

Vor der Untersuchung wird geklärt, welche Beschwerden bestehen und welche Frage mit der CT beantwortet werden soll. Frühere Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen können für den Vergleich hilfreich sein. Schmuck und andere metallische Gegenstände sollten im Untersuchungsbereich abgelegt werden.

Während der Aufnahme liegt die Patientin oder der Patient auf dem Rücken. Die Arme werden je nach Untersuchungsprotokoll gelagert, damit sie das Bild möglichst wenig beeinträchtigen. Für bestimmte Aufnahmen ist eine kurze Atempause erforderlich. Das medizinische Personal erklärt, wann eingeatmet werden soll und wann die Luft angehalten werden soll.

Die CT des Thorax kann ohne Kontrastmittel durchgeführt werden. Das ist häufig ausreichend, wenn vor allem Lungengewebe, Verkalkungen oder knöcherne Strukturen konstruiert werden sollen.

Bei anderen Fragestellungen wird ein jodhaltiges Kontrastmittel über eine Vene gegeben. Es kann die Abgrenzung verschiedener Gewebe verbessern und ist insbesondere für die Darstellung der Blutgefäße wichtig. 2)

Nach der Kontrastmittelgabe kann kurzzeitig ein Wärmegefühl entstehen. Vor der Untersuchung sollten bekannte Reaktionen auf Kontrastmittel, eine eingeschränkte Nierenfunktion, relevante Allergien und bestehende Erkrankungen mitgeteilt werden. Eine mögliche Schwangerschaft muss ebenfalls angesprochen werden.

Welche Vorteile bietet die CT des Thorax?

Die Thorax-CT liefert detaillierte Schnittbilder und kann mehrere Strukturen des Brustkorbs in einer Untersuchung erfassen. Ihr besonderer Vorteil liegt in der hohen räumlichen Auflösung und der kurzen Untersuchungsdauer.

Die Untersuchung kann helfen,

  • Kleine Veränderungen des Lungengewebes zu erkennen
  • Entzündliche Prozesse und Umstände sind zu beurteilen
  • Lymphknoten und Raumforderungen einzuordnen
  • Lungenembolien sichtbar machen
  • große Gefäße des Brustkorbs zu untersuchen
  • Verletzungen von Rippen und anderen Strukturen sind zu beurteilen
  • Bekannte Lungenerkrankungen im Verlauf zu kontrollieren
  • eine Operation oder weitere Behandlung vorbereiten

Die CT ist jedoch nicht für jede Fragestellung das geeignetste Verfahren. Eine MRT kann bestimmte Weichteile und das Herzgewebe mit einem anderen Gewebekontrast darstellen. Bei Untersuchungen der Lunge ist die CT aufgrund der Luft in den Lungen und der feinen anatomischen Strukturen häufig besonders aussagekräftig. Welches Verfahren gewählt wird, hängt von den Beschwerden, der vermuteten Erkrankung und der Dringlichkeit ab.

Gibt es Risiken oder Einschränkungen?

Da ein CT mit Röntgenstrahlung arbeitet, ist die Untersuchung mit einer Strahlenexposition verbunden. Sie sollten deshalb nur durchgeführt werden, wenn der erwartete medizinische Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Die Untersuchung wird entsprechend der Fragestellung geplant und auf das notwendige Maß begrenzt.

Bei einem CT ohne Kontrastmittel bestehen keine besonderen Risiken durch ein Kontrastmittel. Wird jodhaltiges Kontrastmittel verwendet, müssen mögliche Reaktionen und die Nierenfunktion berücksichtigt werden. Bei bestimmten Vorerkrankungen kann eine besondere Vorbereitung oder eine alternative Untersuchung erforderlich sein.

Eine Schwangerschaft oder mögliche Schwangerschaft sollte vor der Untersuchung mitgeteilt werden. Dann kann das medizinische Team prüfen, ob die CT notwendig ist und ob das Untersuchungsprotokoll angepasst werden muss.

Wann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden?

Atemnot, Brustschmerzen und plötzlich auftretende Beschwerden sollten nicht eigenständig mit einem CT abgeklärt, sondern zunächst ärztlich beurteilt werden. In dringenden Situationen ist eine sofortige medizinische Versorgung erforderlich.

Unverzüglich Hilfe sollte gesucht werden bei:

  • Plötzlich auftretender stärkerer Atemnot
  • heftige oder neuartige Brustschmerzen
  • Atemnot in Verbindung mit Herzrasen oder Kreislaufproblemen
  • Bluthusten
  • bläulicher Verfärbung von Lippen oder Haut
  • Bewusstlosigkeit oder ausgeprägter Benommenheit
  • Plötzlich auftretende Beschwerden nach einer Verletzung
  • starke Schmerzen im Brust- oder Rückenbereich mit Kreislaufbeschwerden

Auch länger anhaltender Husten, wiederkehrende Atemnot, ungewollter Gewichtsverlust oder Schmerzen im Brustbereich sollten ärztlich abgeklärt werden. Eine CT kann dann sinnvoll sein, wenn die bisherigen Untersuchungen keine ausreichende Erklärung ergeben oder eine bestimmte Erkrankung gezielt ausgeschlossen werden soll.

Die CT des Thorax ermöglicht eine detaillierte Beurteilung von Lunge, Atemwegen, Gefäßen und weiteren Strukturen im Brustkorb. Sie sind besonders wertvoll, wenn eine schnelle Diagnose erforderlich ist oder feine Veränderungen genauer dargestellt werden müssen. Ob eine Untersuchung ohne oder mit Kontrastmittel erfolgt und ob zusätzlich eine MRT, eine Lungenfunktionsprüfung oder ein anderes Verfahren notwendig ist, wird anhand der individuellen medizinischen Fragestellung entschieden.

Quellen

  1. Röntgeninstitut Düsseldorf: „CT-Thorax (Brustraum)“ (abgerufen im September 2026).
  2. DocMedicus Gesundheitslexikon: „Thorax-CT“ (abgerufen im September 2026).
  3. Dr. Gumpert: „CT der Lunge“ (abgerufen im September 2026).
  4. Lifelink Medical: „CT bei Thoraxschmerzen, Lungenembolie und Aortendissektion“ (abgerufen im September 2026).

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder einen Arzt.