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MRT mit Piercings und Tattoos: Was bei einer MRT-Untersuchung zu beachten ist

Beyond Imaging MRI

Eine MRT arbeitet mit einem starken Magnetfeld und Radiowellen. Deshalb stellt sich für viele Menschen mit Piercings, Tattoos oder Permanent Make-up die Frage, ob die Untersuchung sicher durchgeführt werden kann.

In vielen Fällen ist eine MRT trotz Tätowierungen problemlos möglich. Bei Piercings muss dagegen genauer geprüft werden, ob sie entfernt werden müssen, aus welchem Material sie bestehen und ob sie die Bildqualität beeinträchtigen können. Entscheidend sind außerdem die Körperregion, die untersucht werden soll, und die genaue Beschaffenheit des Schmucks oder der Farbpigmente.

Piercings und Tattoos sind daher kein automatischer Ausschlussgrund für eine MRT. Sie sollten dem radiologischen Team aber immer vor der Untersuchung mitgeteilt werden. So können mögliche Risiken und Bildstörungen rechtzeitig eingeschätzt werden.

MRT Piercings und Tattoos

Was bedeutet eine MRT bei Piercings und Tattoos?

Die Magnetresonanztomografie nutzt starke Magnetfelder und Radiowellen. Im Gegensatz zu Röntgen und CT kommt sie ohne ionisierende Strahlung aus.

Das Magnetfeld und die Hochfrequenzimpulse machen jedoch eine besondere Sicherheitsprüfung erforderlich. Bei Piercings sind vor allem drei Fragen wichtig:

  • Kann das Material durch das Magnetfeld bewegt oder angezogen werden?
  • Kann sich der Schmuck erwärmen?
  • Verursacht er Bildstörungen?

Metalle können sich in der MRT unterschiedlich verhalten. Die genaue Materialzusammensetzung eines Piercings ist deshalb relevant. Wenn sie nicht bekannt ist, wird der Schmuck häufig vorsorglich entfernt. Auch nicht magnetische Materialien können die Bildqualität beeinträchtigen, insbesondere wenn sie direkt im Untersuchungsbereich liegen.

Bei Tattoos und Permanent Make-up geht es nicht um Schmuck, sondern um Farbpigmente in der Haut. Einige Pigmente können metallische Bestandteile enthalten. In seltenen Fällen kann es dadurch während der Untersuchung zu einem Wärmegefühl, Kribbeln oder einer Hautreizung kommen. Ein Tattoo bedeutet jedoch nicht automatisch, dass keine MRT durchgeführt werden kann. 1 2

Welche Probleme können durch Piercings oder Tattoos entstehen?

Mögliche Probleme entstehen durch das Zusammenspiel von Magnetfeld, Radiowellen und bestimmten Materialien.

Piercings

Bei Piercings können folgende Aspekte eine Rolle spielen:

  • mögliche Anziehung oder Bewegung bei magnetischen Materialien
  • Erwärmung während der Untersuchung
  • Schmerzen oder ein Zuggefühl
  • Bildartefakte durch Metall
  • erschwerte Beurteilung der untersuchten Körperregion

Besonders relevant sind Piercings, die sich im oder nahe am Untersuchungsbereich befinden. Ein Piercing im Gesicht kann beispielsweise eine MRT von Kopf, Hals oder Kiefer stören. Schmuck an Brust oder Oberkörper kann die Beurteilung benachbarter Strukturen beeinträchtigen.

Auch wenn ein Piercing nicht in der Untersuchungsregion liegt, sollte es angegeben werden. Ob es entfernt werden muss, entscheidet das radiologische Team anhand des Materials, der Lage und des Untersuchungsprotokolls.

Tattoos und Permanent Make-up

Bei Tattoos und Permanent Make-up können bestimmte Farbpigmente auf die Hochfrequenzimpulse reagieren. In seltenen Fällen sind folgende Empfindungen möglich:

  • Wärmegefühl
  • Kribbeln
  • Stechen
  • Brennen
  • Spannungsgefühl
  • vorübergehende Hautreizung

Das Risiko kann unter anderem von der Größe des Tattoos, der verwendeten Farbe, dem Alter der Tätowierung, der Magnetfeldstärke und der Lage im Untersuchungsbereich abhängen. Die beschriebenen Reaktionen sind selten, sollten aber ernst genommen werden. 3 4

Wann ist eine MRT mit Piercings oder Tattoos möglich?

Eine MRT ist häufig möglich, wenn:

  • vorhandene Piercings sicher entfernt werden können,
  • die Materialzusammensetzung eines nicht entfernbaren Piercings bekannt ist,
  • das Piercing nicht im Untersuchungsbereich liegt,
  • keine weiteren MRT-Gegenanzeigen bestehen,
  • Tattoos oder Permanent Make-up vorab angegeben wurden,
  • während der Untersuchung eine ausreichende Überwachung möglich ist.

Die Entscheidung wird immer individuell getroffen. Auch ein Piercing aus einem grundsätzlich geeigneten Material kann die Bildqualität stören, wenn es direkt neben der untersuchten Körperregion liegt. Umgekehrt bedeutet ein nicht entfernbares Schmuckstück nicht automatisch, dass die Untersuchung abgesagt werden muss. 5

Symptome und Warnzeichen während der Untersuchung

Vor der MRT verursachen Piercings und Tattoos meist keine besonderen Beschwerden. Während der Untersuchung sollten jedoch bestimmte Empfindungen sofort mitgeteilt werden.

Dazu gehören:

  • plötzlich auftretende oder zunehmende Wärme
  • Brennen oder Stechen an einer tätowierten Stelle
  • Schmerzen an einem Piercing
  • ein deutliches Zug- oder Spannungsgefühl
  • Hautreizungen
  • ungewöhnliche Beschwerden im Bereich von Permanent Make-up

Das Untersuchungsteam kann die Aufnahme unterbrechen und prüfen, ob das Problem mit dem Schmuckstück, der Tätowierung oder einer anderen Ursache zusammenhängt.

Welche Auswirkungen haben Piercings und Tattoos auf die Bildqualität?

Piercings können die Bildqualität deutlich beeinflussen. Metallischer Schmuck kann Artefakte erzeugen. Dabei entstehen Bildstörungen, die die Beurteilung der untersuchten Region erschweren oder im ungünstigen Fall wichtige Strukturen verdecken.

Das ist besonders relevant bei Untersuchungen von:

  • Kopf und Gesicht
  • Hals
  • Brust
  • Schulter
  • Hand und Handgelenk
  • Becken
  • Körperregionen in unmittelbarer Nähe des Piercings

Tattoos beeinflussen die Bildqualität in der Regel weniger stark als metallische Piercings. Sie können für das Untersuchungsteam dennoch relevant sein, wenn sie großflächig sind oder unmittelbar über der untersuchten Körperregion liegen.

Vorbereitung auf eine MRT mit Piercings und Tattoos

Vor der Untersuchung sollten alle Piercings, Tattoos und Permanent-Make-up-Anwendungen angegeben werden. Das gilt auch dann, wenn die Tätowierung oder das Piercing schon lange besteht und bisher keine Beschwerden verursacht hat.

Bei Piercings sollte möglichst früh geklärt werden:

  • Wo befindet sich das Piercing?
  • Kann es entfernt werden?
  • Aus welchem Material besteht es?
  • Liegt es im Untersuchungsbereich?
  • Wurde es kürzlich eingesetzt?
  • Gibt es einen geeigneten nicht metallischen Platzhalter?

Entfernbare Piercings sollten nach den Vorgaben des radiologischen Zentrums vor der Untersuchung herausgenommen werden. Wenn ein Piercing nicht ohne Weiteres entfernt werden kann, sollte das möglichst bereits bei der Terminvereinbarung mitgeteilt werden. So kann das Zentrum prüfen, ob weitere Angaben zum Material oder eine individuelle Planung erforderlich sind.

Ein Piercing sollte nicht eigenständig kurz vor der Untersuchung herausgerissen oder mit ungeeignetem Schmuck gewechselt werden. Bei einem frischen Piercing kann das Entfernen zu Verletzungen oder dazu führen, dass der Stichkanal sich verschließt. In solchen Fällen sollte frühzeitig das radiologische Zentrum oder gegebenenfalls das Piercingstudio einbezogen werden.

Zusätzlich gelten die üblichen MRT-Sicherheitsfragen. Angegeben werden sollten unter anderem:

  • Herzschrittmacher oder andere Implantate
  • chirurgische Clips oder Stents
  • Metallprothesen
  • Metallsplitter, insbesondere im Bereich der Augen
  • eine mögliche oder bestehende Schwangerschaft
  • Nierenerkrankungen
  • frühere Reaktionen auf Kontrastmittel
  • ausgeprägte Platzangst

Müssen Piercings vor einer MRT entfernt werden?

In vielen Fällen sollten Piercings vor einer MRT entfernt werden. Das gilt insbesondere, wenn:

  • das Material unbekannt ist,
  • der Schmuck Metall enthält,
  • sich das Piercing im Untersuchungsbereich befindet,
  • eine Erwärmung oder Bewegung nicht sicher ausgeschlossen werden kann,
  • die Bildqualität beeinträchtigt werden könnte.

Ob ein nicht entfernbares Piercing verbleiben darf, entscheidet das radiologische Team. Dabei werden Material, Form, Lage und Untersuchungsregion berücksichtigt. Nicht magnetische Materialien wie bestimmte Kunststoffe, Silikon oder Titan können unter geeigneten Bedingungen weniger problematisch sein, dürfen aber nicht ohne Prüfung als uneingeschränkt MRT-sicher betrachtet werden. 6

Die Patientin oder der Patient sollte die Entscheidung nicht allein anhand der Bezeichnung des Materials treffen. Auch Angaben wie „chirurgischer Stahl“ oder „MRT-sicher“ sollten möglichst durch Herstellerinformationen oder andere verlässliche Nachweise belegt werden.

Sind Tattoos bei einer MRT gefährlich?

Tattoos sind in den meisten Fällen kein Grund, eine MRT grundsätzlich abzulehnen. Die überwiegende Mehrheit tätowierter Menschen kann ohne relevante Probleme untersucht werden.

Trotzdem sollten insbesondere folgende Tätowierungen angegeben werden:

  • großflächige Tattoos
  • sehr dunkle oder stark pigmentierte Tätowierungen
  • frische Tattoos
  • Tattoos direkt im Untersuchungsbereich
  • Permanent Make-up, insbesondere im Bereich von Augenbrauen oder Lidern
  • frühere Beschwerden bei einer MRT

Bei frischen Tätowierungen oder frisch aufgetragenem Permanent Make-up kann das radiologische Zentrum eine individuelle Einschätzung vornehmen. Die Haut kann noch nicht vollständig verheilt sein und empfindlicher reagieren. Eine nicht dringliche Untersuchung kann je nach Situation eventuell verschoben werden. 6

Während der Untersuchung sollte sofort Bescheid gegeben werden, wenn eine tätowierte Stelle brennt, stark warm wird oder schmerzt. Die Untersuchung kann dann unterbrochen und die Haut kontrolliert werden.

Welche Rolle spielt Permanent Make-up?

Permanent Make-up wird grundsätzlich ähnlich wie ein Tattoo behandelt, weil Farbpigmente in die Haut eingebracht werden. Besonders relevant kann es bei Untersuchungen von Kopf, Gesicht und Augenregion sein.

Vor einer MRT sollte daher angegeben werden:

  • ob Permanent Make-up vorhanden ist,
  • wann es aufgetragen wurde,
  • an welcher Körperstelle es sich befindet,
  • ob es bei früheren MRT-Untersuchungen Beschwerden verursacht hat.

Die meisten Untersuchungen sind trotzdem möglich. Bei Wärme, Brennen oder Stechen während der MRT sollte die Patientin oder der Patient sofort das Untersuchungsteam informieren.

Wie läuft eine MRT mit Piercings oder Tattoos ab?

Vor der Untersuchung werden die Sicherheitsfragen und die konkrete Körperregion besprochen. Das Team fragt nach Implantaten, Metallteilen, Piercings, Tattoos und Permanent Make-up.

Entfernbare metallische Gegenstände müssen abgelegt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Schmuck
  • Uhren
  • Brillen
  • Haarspangen
  • Gürtel
  • Schlüssel
  • Mobiltelefone
  • Hörgeräte
  • Piercings

Während der Untersuchung liegt die Patientin oder der Patient je nach Körperregion auf einer Liege. Die zu untersuchende Körperregion wird möglichst ruhig positioniert und in das MRT-Gerät gefahren.

Während der Aufnahmen entstehen laute Klopf- und Brummgeräusche. Kopfhörer oder Ohrschutz werden deshalb in der Regel angeboten. Das Untersuchungsteam bleibt über eine Sprechanlage erreichbar. Zusätzlich gibt es meist eine Klingel, mit der die Untersuchung bei Beschwerden unterbrochen werden kann.

Bei Beschwerden im Bereich eines Tattoos oder Piercings sollte nicht abgewartet werden. Die Symptome sollten sofort mitgeteilt werden.

Welche Behandlung folgt bei Problemen?

Piercings und Tattoos sind keine Erkrankungen. Daher besteht die wichtigste Maßnahme in der sorgfältigen Vorbereitung und Überwachung.

Wenn ein Piercing die Untersuchung unsicher macht oder die Bildqualität zu stark beeinträchtigt, kann das Zentrum:

  • die Entfernung des Schmucks empfehlen,
  • die Untersuchung anpassen,
  • die Körperregion anders lagern,
  • ein anderes MRT-Protokoll wählen,
  • die Untersuchung gegebenenfalls verschieben,
  • in seltenen Fällen ein anderes bildgebendes Verfahren erwägen.

Wenn während der Untersuchung eine Hautreaktion auftritt, wird die MRT unterbrochen und die betroffene Stelle kontrolliert. Bei stärkeren Beschwerden kann eine ärztliche Behandlung der Hautreizung erforderlich sein.

Eine Untersuchung wird nicht automatisch unmöglich, nur weil ein Piercing nicht entfernt werden kann oder ein Tattoo vorhanden ist. Entscheidend ist, ob die Untersuchung sicher durchgeführt werden kann und ob die Bildqualität für die medizinische Fragestellung ausreicht.

Wann sollte Rücksprache mit dem MRT-Zentrum gehalten werden?

Eine Rücksprache sollte möglichst vor dem Untersuchungstag erfolgen, wenn:

  • ein Piercing nicht entfernt werden kann,
  • das Material des Schmucks unbekannt ist,
  • ein Dermal Anchor oder ähnlicher Körperschmuck vorhanden ist,
  • ein großflächiges Tattoo im Untersuchungsbereich liegt,
  • Permanent Make-up frisch aufgetragen wurde,
  • bereits Beschwerden bei einer früheren MRT aufgetreten sind,
  • ein Implantat oder Metallsplitter vorhanden ist,
  • eine Untersuchung mit Kontrastmittel geplant ist.

Während der Untersuchung sollte sofort Bescheid gegeben werden bei:

  • Brennen
  • starker Wärme
  • Stechen
  • Schmerzen
  • Zuggefühl
  • Spannungsgefühl
  • Hautreizungen

Wann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden?

Nach einer MRT sollte ärztliche Hilfe gesucht werden, wenn eine Hautreizung, Blasenbildung, anhaltende Schmerzen oder eine deutliche Schwellung an einer tätowierten Stelle auftritt. Auch Beschwerden im Bereich eines Piercings, die nach der Untersuchung nicht nachlassen, sollten medizinisch beurteilt werden.

Eine solche Reaktion ist selten. Sie sollte dennoch nicht ignoriert werden, insbesondere wenn Schmerzen, Blasen oder eine zunehmende Rötung auftreten.

Fazit

Eine MRT ist trotz Piercings, Tattoos oder Permanent Make-up häufig möglich. Die Situationen müssen jedoch unterschiedlich bewertet werden:

  • Piercings: möglichst vor der Untersuchung entfernen; Material, Lage und Bildstörungen sind entscheidend.
  • Tattoos: meist unproblematisch, in seltenen Fällen sind Wärmegefühl oder Hautreizungen möglich.
  • Permanent Make-up: sollte wie eine Tätowierung angegeben werden, besonders bei frischer Pigmentierung oder Untersuchungen im Kopfbereich.
  • Während der Untersuchung: Brennen, starke Wärme, Stechen oder Schmerzen sofort melden.

Je früher das radiologische Zentrum über Piercings, Tattoos und Permanent Make-up informiert wird, desto besser kann die Untersuchung sicher und aussagekräftig geplant werden.

Quellen

  1. Deutsche Röntgengesellschaft: Patienteninformationen zur Magnetresonanztomografie und zu Sicherheitsaspekten vor MRT-Untersuchungen.
  2. Radiologische Fachinformationen deutscher Zentren zu MRT-Sicherheit bei Metallgegenständen, Piercings, Tätowierungen und Permanent Make-up.
  3. Frontiers in Neurology: „Safety of tattoos, permanent make-up, and medical implants in population-based 3T magnetic resonance brain imaging: the Rhineland Study“.
  4. Fachinformationen zu MRT-Sicherheitsstandards und zum Umgang mit externen Metallobjekten vor der Untersuchung.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder einen Arzt.